Die eTourEurope findet dieses Jahr zum 3. Mal ab dem kommenden Wochenende statt. Viele Gleichgesinnte – und manche, die von Anbeginn dabei waren – treffen sich in München, Odeonsplatz zur friedlichen, doch Zeit-konsumierenden, Motivation und Cleverness erfordernden Fahrt „9 Hauptstädte in 9 Tagen“ über insgesamt 3.900 km!

Was sind die Ziele? Pro ElektroMOBILität, pro einheitliche und standardisierte Ladeinfrastruktur überall für schnelles Laden und zum Nachweis, daß viele Elektroautos heutzutage Leistung und Reichweite „längst können“.

Was ist der Grund für europäische Reichweite? Weil es eine gute Ladeinfastruktur bereits in Teilen gibt und das Internet und Apps darüber auch aktuell informieren, wo und wie ich bedarfsgerecht laden kann, um meine alltägliche Mobilität umzusetzen. Das bringt auch www.LEMnet.org und unsere Apps sowie Software und Apps von anderen Unternehmen ins Spiel.

Doch in welchem Europa sind wir dieses Jahr unterwegs? Was hat sich seit 2014 verändert?

Erfreulich, wie sich die Elektromobilität rasant in der EU entwickelt hat, ja weltweit! Die Anzahl neuer E-Fahrzeuge und deren Absatz erhöht sich, ständig! Die Leistung der Fahrzeug-Batterien hat sich stark verbessert und deren Preise sind noch stärker gesunken. Der Ausbau der Schnell-( CCS, CHAdeMO) Ladeinfrastruktur ist beeindruckend vorangeschritten und die EU-Länder müssen die Richtlinie über den Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Richtlinie 2014/94/EU) umsetzen bis Ende 2016. Doch noch ist die Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos im Vergleich zu den „Verbrennern und Verpestern“ verschwindend gering. Ausnahmen sind die Länder, die den Kauf von Elektroautos stark anreizen, wie z.B. Norwegen, Niederlande, Frankreich, usw.
Wie man sieht, es bleibt noch viel zu tun. Die „eTourEurope“ wird zeigen, wo die schwächsten Glieder in der Ladeinfrastruktur in 2016 noch sind und ob die EU- Gelder und die der Mitgliedsländer zur Schaffung einer einheitlicheren Ladeinfrastruktur gut angelegte Investitionen sind.

Nachdenklich macht, wie aufgrund des Dieselskandals infolge der Abgasmanipulationen bei Volkswagen zunächst die Reputation von EUs größtem Autobauer Schaden nahm. Noch betroffener macht – seit den letzten Tagen aufgrund der „Thermofenster“ verniedlichend genannten Abschalteinrichtungen bei Dieselmotoren – wie schnell die gesamte Autobranche (außer BMW Group) den Dieselmotor gegen die Wand gefahren hat in Sachen Emissionen, die Käuferinnen getäuscht, die Umwelt belastet hat und jetzt zurecht am Pranger steht. Aber vielleicht braucht es solche „Schlüsselerkenntnisse und –Beweise“, damit der Weg frei wird für eine nachhaltigere Mobilität, welche elektrisch ist? Und: nur Erneuerbaren Fahrstrom „tankt“ bzw. („Tanke ade‘“) lädt!

Besorgt macht, wie schnell sich aufgrund der Kriege, Krisen und Katastrophen die Europäer tief zerstritten haben seit 2014 (erste eTourEurope) und bereits über Trennung von der EU (UK, Brexit) jeweils das Volk abstimmen soll oder die erfolgten bzw. nächsten Wahlen in Frankreich, Deutschland, Österreich, usw. zu „Anti-EU-Voten“ umgedeutet werden, von vielen Parteien, wie zum Beispiel in Polen.

Ich frage mich – nicht nur dieser Tage:

Kann die eTourEurope wenigsten einen winzigen Beitrag leisten, um das Blatt noch zu wenden im Sinne des Kerngedankens der EU und seiner gemeinsamen Werte und auch Institutionen?

Ich denke da an den oft zitierten „Schmetterlingseffekt“ . Und ich frage mich, was denn helfen würde angesichts des bei vielen Menschen vorherrschenden Gefühls „der Ohnmacht und Angst“ in den Mitgliedsstaaten Europas?

„Gegen die Ohnmacht und die Angst hilft nur die mutige Flucht nach vorne: Die EU muss sich endlich wahrhaft vereinigen, bevor es zu spät ist“, schrieb in einem Gastbeitrag in SPIEGEL-ONLINE aktuell Herr Jörg Bong, S. Fischer Verlag . Das Geschriebene kann ich nur unterstützen, das entspricht auch meiner persönlichen Meinung.

Angesichts des Zustands unserer Europäischen Union (EU) ist es Zeit, daß sich die Zivilgesellschaften der EU stärker einbringen und im Alltag politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich wie kulturell spürbarer engagieren.
Denn die „europäischen Werte sind keine verhandelbaren Gegenstände: Positionen, die unabdingbar, unveräußerlich, unverrückbar sind, selbst wenn sich keine absoluten Herleitungen finden. Wir setzen sie absolut, verleihen ihnen universelle Gültigkeit. Die Demokratie, unsere Verfassungen und bürgerlichen Gesetzbücher, die Menschenrechte , Freiheitsrechte, Bürgerrechte , Gleichheitsrechte, Glaubens- und Religionsrechte, Meinungsrechte, Presserechte, Tierschutzrechte, Versammlungsrechte, Mobilitätsrechte, der fundamentale Anspruch auf physische Unversehrtheit, auf soziale Solidarität, der Schutz von Minderheiten und Schwachen, die Freiheit der Künste, die Trennung von Kirche und Staat … Der umfangreiche, stolze Katalog ist bekannt“, wie Jörg Bong schreibt.

Insoweit ist für mich auch die „eTourEurope 2016“ in den nächsten vierzehn Tagen ein Impulsgeber nicht nur für die notwendige erneuerbare Energie-, (sondern für???) die ganzheitliche Mobilitäts- und begonnene ElektroMOBILitätswende im Zeichen des dramatisch voranschreitenden Klimawandels und auf dem Weg der Umsetzung der Klimabeschlüsse „COP21 Paris 2015“ im Rahmen der UN- Vereinten Nationen. 173 Staaten haben am Sitz der UN soeben den Klimavertrag unterschrieben!

Die 15 Teams – darunter #1 Team LEMnet – auf der eTourEurope, die Tausenden von Menschen, die sich entlang den 16 Etappen und eMobil-Events und eMeetingspoints (auch mit ihren Elektroautos) einfinden werden, legen ein lebendiges Zeugnis ab für einen „grenzenlosen Kontinent“ angesichts der fatalen Grenz- Schließungen in einigen europäischen und auch EU- Staaten! Ich sage: Mobilität in der EU muss grenzenlos sein und auch bleiben! Es gibt andere Lösungen für das Thema Migration!

Wie wir wissen oder auch nur spüren, sind die Regionen der EU für uns „Menschen das gelebte, das erlebte Europa, die erste Instanz der Identifikation. Der Emotion. Sie sind das genaue Gegenteil der „abstrakten Einheit“. Sie sind die Wirklichkeit

In diesem Sinne lassen Sie uns in München, zum Auftakt auf dem Odeonsplatz am 29. April und während der 9-tätigen Rundfahrt bis zum Zielort Salzburg(Anif) am 8. Mai öffentlich bekennen, wie und dass wir zu „unserem Kontinent“ als Zivil-, ja als Bürgergesellschaft stehen. Genauso, wie wir für die notwendige Klima-, Energie- und Mobilitätswende engagiert Zeugnis ablegen!

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der eTourEurope – und den eMOBIL-Events, vor Ort, eine spannende, begegnungsreiche, aber auch harmonische und friedvolle Zeit mit nachdrücklichen positiven Erlebnissen wie auch Erkenntnissen und eine Zieleinfahrt bei bester Gesundheit. Allein die 58.500 km der fünfzehn startenden Teams, CO2- und weitestgehend schadstofffrei, weil elektrisch, sind ein starkes Bekenntnis für den Kampf gegen den Klimawandel, die ElektroMOBILität und für ein vereintes Europa! Also pro „eTourEurope“! Und lokal mitmachen!
Ich freue mich, Sie zu sehen. Ich mache dieses Jahr 9 Tage lang auch mit. Jetzt kommt es darauf an!

Mit sonnigen Grüssen, Ihr

Andreas – Michael Reinhardt

Andreas Michael Reinhardt LEMnet ElektroMOBILität

Präsident LEMnet Europe e.V.
www.lemnet.org

LEMnet Europe e.V. und das Team LEMnet #1 der „eTourEurope 2016“ mit den Piloten Heiner Sietas (3. x dabei) / Dirk Asmus fährt mit einem neuen “NISSAN Leaf Acenta 30 kWh“ eines Vereinsmitglieds mit und wird unterstützt vom Verein selbst und von den Vereinsmitgliedern art-REINHARDT Beratung E-Mobility Andreas Michael Reinhardt, Suhl, MoveAbout(Deutschland) GmbH, Bremen, Park-Here (UG), München. Nissan Center Europe GmbH, Brühl hat sich ebenfalls beteiligt.
Wir bedanken uns bei Werner Hillebrand-Hansen, eProjekt TNS GmbH, Germering, und seinem Team, für das unermüdliche Engagement in Sachen ElektroMOBILität, die Einladung zur Teilnahme und Mitwirkung, und werden auch in 2016 volle kW geben, um die (gemeinsamen) Ziele zu erreichen!